Wachablösung bei der Hospizbewegung Dormagen e.V.:
Ulla Hofmann und Dr. Heinz Tenhafen schieden aus ihren Ämtern aus,
Sabine Köhler führt neues Vorstandsteam an
Das neue Vorstandsteam der Hospizbewegung Dormagen
um die neue Vorsitzende Sabine Köhler (ganz links)
Nach fünfzehnjähriger erfolgreicher Aufbauarbeit kam es im Vorstand der Hospizbewegung Dormagen e.V. zur angekündigten
Wachablösung: Mit dem Rücktritt des Teams um Ulla Hofmann (bisherige 1. Vorsitzende), Dr. Heinz Tenhafen (1. stellvertretender Vorsitzender) und Marlies Tischer (Schriftführerin und ehemalige Koordinatorin) verließen am 22.4.08 drei engagierte Hospiz-Pioniere den
Vorstand. Die Hospiz-Vollversammlung würdigte ihre bedeutsame Leistung mit minutenlangem Applaus, mit Blumengebinden und einem musikalischen Gruß des Harfenisten Tom
Daun, der bereits zweimal für die Dormagener Hospizbewegung bei den traditionellen „Voices for Hospices" -Konzerten auftrat.
U. Hofmann und Dr. H. Tenhafen resümierten in sehr persönlichen Stellungnahmen ihre langjährige Tätigkeit im Sinne der Hospizidee, die den Schwerstkranken und
Sterbenden ein „Leben und Sterben in Würde“ im vertrauten häuslichen Umfeld ermöglichen möchte. Getragen wird dieses Engagement vor allem auch durch die umsichtige Arbeit der beiden Koordinatorinnen Fr.
Irgang-Bell und Fr. Kramer sowie von den mittlerweile 34 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich seit 1993 in der Sterbe- und Trauerbegleitung qualifiziert haben und eingesetzt haben.
Dass dieses Engagement in der Dormagener Bevölkerung wahrgenommen und geschätzt wird, zeigt sich an vielen Punkten: die Hospizbewegung Dormagen ist auf beinahe 200 Mitglieder angewachsen; aus ursprünglich 5
Sterbebegleitungen sind nunmehr 50-60 pro Jahr geworden; mit der Einrichtung des Trauercafés und dem Angebot individueller Trauerberatung haben sich in den letzten Jahren neue Schwerpunkte entwickelt, die hohe Akzeptanz
finden. Nicht zuletzt - so konnte die „Finanzministerin“ S. Freyer stolz verkünden - drückt sich die Wertschätzung der Dormagener Bevölkerung auch in einem respektablen Spendenaufkommen aus, das die Hospizarbeit in Dormagen langfristig materiell absichert.
So kann der neue Vorstand ein gut bestelltes Haus übernehmen. Bei der nachfolgenden Vorstandswahl setzten die Mitglieder auf Kontinuität und Wechsel zugleich: Sabine Köhler übernahm den 1. Vorsitz, Dr. Udo Kratel
wurde zu ihrem 1. Stellvertreter und Dr. Silke Krämer zur 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Finanzen ruhen weiterhin in der bewährten Hand von Sieglinde Freyer. Neu ins Vorstandsteam gewählt wurden: Marlies Köhler (Schriftführerin), Petra Overwien (1.
Beisitzerin) und der Klinik-Internist Oberarzt Dr. Ulrich Hauffe (2. Beisitzer), der bereits von 1993-1998 im Vorstand aktiv war und eine „Brückenfunktion“ zwischen klinischer und ambulanter Medizin innehat.
Das frisch gewählte Team stellte im Anschluss seine neuen Projekte vor, die sich an einer zunehmenden Professionalisierung der Hospiz- und Palliativbetreuung ausrichten müssen. Bewährte Strukturen werden weiter
ausgebaut, neue Einrichtungen der ambulanten und stationären Palliativ- und Hospizbetreuung sollen finanziell und personell gefördert werden. Das seit einem Jahr bestehende multiprofessionelle Palliativ-Netzwerk von Ärzten und Pflegediensten, unter dem Dach der
Dormagener Hospizbewegung gegründet, wird ebenso unterstützt wie die Verzahnung von ambulanter und stationärer Hospiz- und Palliativ-Versorgung, die in Dormagen sektorübergreifend und für NRW modellhaft während der letzten Monate aufgebaut wurden.
Und bei all dem kommen auch Musik und Kultur nicht zu kurz: die neuen Vorsitzenden S. Köhler und Dr. U. Kratel kündigten für die „Voices-for Hospices" -Reihe ein
weiteres Benefizkonzert an, das im Oktober 2008 von der Dormagener Fagottistin Lisa Unterberg und ihrem Trio unter dem Titel „Lebens(k)reise-Das traurige Konzert“ gestaltet wird und bereits 2007 von der Folkwang-Hochschule Essen preisgekrönt wurde.