Pressemitteilung

Abendveranstaltung mit Tilman Jens

"Du sollst Sterben dürfen" - Lesung und Diskussion

Hospizbewegung Dormagen e.V.

   

 

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Autorenlesung in der Kulturhalle

Die Hospizbewegung Dormagen lädt am Donnerstag, den 21. April um 19:30 Uhr in die Kulle zu einer Lesung des Buches „Du sollst sterben dürfen - Warum es mit einer Patientenverfügung nicht getan ist“ mit dem Autor Tilman Jens ein. 

Tilman Jens ist sowohl Schriftsteller als auch Filmemacher. Er wirkt unter anderem bei Kultursendungen von ARD und arte mit. Die Hospizler*innen haben ihn eingeladen, weil er sich seit Jahren mit dem Thema Autonomie am Lebensende auseinandersetzt. Einem breiten Publikum ist er bekannt, seit er die letzte Lebenszeit seines Vaters Walter Jens, des Altphilologen und Kulturhistorikers, in seinem Buch „Demenz - Abschied von meinem Vater“ beschrieben hat.

Das Buch, aus dem Jens in der Kulturhalle lesen wird, beschäftigt sich mit der Be- oder auch Missachtung von Patientenverfügungen, mit der Selbstbestimmung des Menschen bis zum Tod sowie mit den wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Berufsgruppen, die mit Kranken und Sterbenden zu tun haben. Dabei nimmt Jens kein Blatt vor den Mund und provoziert so natürlich auch. So ist dieses Buch ein Beitrag zur aktuellen Sterbehilfedebatte: Anklageschrift und Ermunterung zum angstfreien und kontinuierlichen Gespräch über die letzten Dinge.

Das Leben eines Tages hinter sich lassen zu müssen, erzeugt bei den meisten Menschen ein beklemmendes Gefühl. Also am besten gar nicht daran denken. Was aber, wenn das Leben zur Qual wird? Was aber, wenn man selbst bestimmen möchte und nicht darf? Tilman Jens geht es in seinen Beschreibungen nicht darum, jemanden anzuprangern. Vielmehr besieht er sich die einzelnen Aspekte von allen Seiten, denkt über Verhaltensweisen und Möglichkeiten der involvierten Personen nach. Er versteht die Nöte und die Überforderung der Angehörigen, in Extremsituationen die richtige Entscheidung zu treffen und besieht und reflektiert ebenso sein eigenes Verhalten und die eigene Moral. Tilman Jens fordert einen zeitigen und konkreten Dialog über den Tod, eine offen und klar vereinbarte Regelung der letzten Dinge. Der Wunsch auf ein selbst bestimmtes Ableben sollte vom Umfeld des Sterbenden respektiert und eingehalten werden. In der Debatte um Sterbehilfe gibt Jens differenzierte Denkanstöße und Orientierungshilfen, basierend auch auf persönlichen Erfahrungen, etwa mit seinem Vater. „Eine Patientenverfügung ist der Anfang, dem Weiteres folgen muss. Wir müssen Neugierde auf das Sterben entwickeln.“

Wir Hospizler hoffen auf die Neugierde der Dormagener*innen und so wünschen wir uns ein volles Haus in der Dormagener Kulle und nach der etwa einstündigen Lesung dann auch eine lebhafte Diskussion.

Traditionell wird es auch diesmal nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung mit allen interessierten Besuchern und Herrn Jens noch Gespräche im kleinen Kreis bei fair gehandelten Getränken und Knabbereien geben. 

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, Spenden werden natürlich dankend angenommen. 

Weitere Infos zum Autor unter www.tilman-jens.de