Pressemitteilung

 

Auf Einladung der Hospizbewegung Dormagen gastierte

DAS ORCHESTERCHEN ... 

"... Musik hören, als ob man sie sähe,

Musik sehen, als ob man sie höre."

am Samstag, den 24. April 2010

in der Kirche „St. Maria vom Frieden“ - Dormagen-Mitte

   

    

  

  

Hospizkonzert mit zahlreichen Premieren

„Das Orchesterchen“ aus Düsseldorf geleitet facettenreich durch „Lebenszeiten“

Dormagen / Düsseldorf, 24. April 2010. Die Hospizkonzerte der Hospizbewegung Dormagen e. V. blicken inzwischen auf eine lange, erfolgreiche Tradition zurück. Doch beim Benefizkonzert am vergangenen Samstag gab es ungewöhnlich viele Neuheiten. Zum ersten Mal war die bis auf den letzten Platz gefüllte katholische Pfarrkirche „Maria vom Frieden“ stimmungsvoller Austragungsort, und Pfarrer Peter Stelten hatte die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen. Die Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen e. V., Sabine Köhler, schickte zum erstmalig das neue Vorstandsmitglied Petra Overwien ins Rennen. Mit Bravour erledigte Sie Ihre Aufgabe der Veranstaltungsorganisation und die Einführung in den Abend. Dieser wurde – eine weitere Premiere – vom Düsseldorfer Ensemble „Das Orchesterchen“ unter der Leitung von Cornelia Hornemann gestaltet.

Als „kleines Risiko“ hatte Sabine Köhler daher vorab dieses Konzert mit so vielen Neuheiten angekündigt. Doch soviel vorweg: Wenn es denn überhaupt ein Risiko gab, so wurde diese Risikobereitschaft mit einem rundum gelungenen Abend belohnt. Durch „Lebenszeiten“ führte das 2007 gegründete und seit diesem Jahr in neuer Zusammensetzung auftretende Orchesterchen. An Lebensabschnitte und ganz persönliche Ereignisse sollten sich die Zuhörer und Zuschauer erinnern, versprach Cornelia Hornemann. Und das nach dem Motto des Ensembles „Musik hören, als ob man sie sähe, Musik sehen, als ob man sie höre.“ Gleich mit den ersten drei Programmpunkten zeigten die Künstler, was sie darunter verstehen. Zu der Musik von Astor Piazzollas „Milonga for three“, mit Saxofon und Streichquartett, rezitierte Evelyn Sökefeld sehr ausdrucksstark Verse von Hans Eckhardt Wenzel. Wort und Musik verschmolzen zu einer Einheit, als hätte es nie anders sein können. Ganz auf die Musik konzentrieren konnten sich die Zuhörer anschließend bei Joh. Seb. Bachs instrumental vorgetragener Aria „Bist Du bei mir, geh´ ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh´ …“. Bei Pachelbels berühmten Kanon in D-Dur war die Musik dann wahrhaftig auch zu sehen – Pantomime Stephan Kivel interpretierte mit einfühlsamer Gestik.

Liebesfreud und Liebesleid

Kaum ein Thema beschäftigt Mensch und Kunst so, wie die Liebe, im Programm begrüßt mit Elgars Salut d´amour. Während diese Klänge bei einer älteren Dame im Publikum ganz offensichtlich schönste Erinnerungen wachriefen, schien Evelyn Sökefeld Rainer Maria Rilkes „Liebes-Lied“ mit Ihrer Stimme die Geige beinahe genau so schön zu streichen, wie Geiger Alexander Brodski die Saiten zum Erklingen brachte. Gymnopédie von Eric Satie und Rainer Maria Rilke, wahrlich ein süßes Lied. Ein Highlight des Abends waren Kreislers Liebesfreud und Liebesleid, mit einem schwebend tanzenden Stephan Kivel, ganz in Weiß mit rotem Zylinder, dem im Liebesrausch ganz in Rot Evelyn Sökefeld glückselig zum Walzertakt in die Arme flog, bevor der Pantomime und Schauspieler im Liebesleid ganz alleine die Schmerzen der Liebe durchlitt. Dabei wechselte er seine Kleidung Stück für Stück zum schwarzen Frack mit schwarzem Zylinder.

Spiegel im Spiegel – eine Raum-Klang-Installation

Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel“ gestaltete Das Orchesterchen als eine Raum-Klang-Installation, die den Altarraum von „Maria im Frieden“ in die Inszenierung einbezog. Von beiden Seiten spielten im Wechsel die Violinisten Michael und Alexander Brodski, Anja Kämmerling ließ am Klavier neben dem Altar in aller Ruhe die Töne fließen, die Worte von Evelyn Sökefeld kamen unsichtbar wie aus dem Nichts und ganz hinten an der Wand betrachtete ein nachdenklicher Stephan Kivel einen Spiegel, bevor er ihn abnahm und mit ihm, immer wieder innehaltend, durch den gesamten Raum glitt.

Viel Spaß hatten die Zuschauer bei „Tea for Two“, mit einem hinreißenden Kellner, der perfekt zum Takt der Musik mehr als anspruchsvolle imaginäre Gäste bediente. Nach lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Musiker mit zwei Zugaben, der Titelmusik zu „Raumschiff Enterprise“ mit Stephan Kivel als Flugpionier und ganz zum Schluss griff Cornelia Hornemann zum Mikrofon ließ, mit erotischer Melancholie in der Stimme, Hildegard Knefs Rote Rosen regnen, während sich Pantomime Kivel mithilfe einer Fußbank bemühte, Ihr eine kleine Rose auf Augenhöhe zu überreichen.

Ein schöner Abschluss für einen Abend voller neuartiger Erlebnisse für die Sinne, die dem Hospiz Dormagen mit Sicherheit weitere Unterstützung beschert hat, bis es dann am 11. Dezember 2010 beim nächsten Hospizkonzert wieder heißt: Da Capo – Voices for Hospices.

Rainer Richter

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-> Link auf Fotos  (u.a. von Domenico Incitti)

-> Ankündigung  des Konzerts von Musica Elegante®  (-> Orchesterchen ®

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