"Humor in der Hospizarbeit"


Ein Bericht über die Fortbildungsveranstaltung am 28. April 2008 im Maternushaus Köln

von Ute Kienle


Am 28. April 2009 fand im Rahmen des „Diözesantag Hospiz“  eine Fortbildung zum Thema "Humor in der  Hospizarbeit“ im Maternushaus, Köln statt. Initiator war die Hospizseelsorge im Erzbistum Köln.

In der Einladung zu der Fortbildung heißt es:

"Auch in den schwierigsten Situationen des Lebens, in Ausweglosigkeit und großer Angst, ist der Mensch in der Lage, zu lachen oder andere zum Lachen zu bringen. Lachen und sein Gegenpol, die Tränen, sind Mechanismen, die sozusagen im Körper „eingebaut“ und Zeichen für Erleichterung sind. Beides - Lachen und Tränen - hilft uns, Unannehmlichkeiten des Lebens zu verarbeiten oder gar zu überleben. Humor ist kein Exklusivgut der Unversehrten, sondern eine „Trotzmacht des Geistes“ (V. Frankl)".

"Im Seminar werden unterschiedliche Funktionen des Humors im hospizlichen Kontext erarbeitet. So kann man mit Humor z.B.  Situationen entkrampfen, Kontakt zum Leben halten, Leichtigkeit schaffen, die Hemmschwelle für Schweres herabsetzen, Sprachlosigkeit durchbrechen, aufrütteln, betroffen machen, Nähe und Kontakt schaffen oder Abstand gewinnen. Der Sinn für Humor kann eine Ressource für Patienten und Angehörige, aber auch für die Begleiter sein".

Zehn Ehrenamtliche und Frau Irgang-Bell nahmen von unserer Seite, der Hospizbewegung Dormagen daran teil.

In lockerer, oft humorvoller Weise, leiteten die beiden Referenten Martina Kern, leitende Pflegekraft am Zentrum für Palliativmedizin des Malteser Krankenhauses Bonn/Rheinkreis Sieg, und Klaus Aurnhammer, Theologe, Krankenpfleger mit Palliativ – Weiterbildung durch das Thema.

Erfahrungen austauschen, Strategien erarbeiten und ausprobieren waren Schwerpunkte dieses Tages.

So hörten wir z.B. manche Zitate von Patienten, die uns alle erheiterten, hörten Gekicher oder Lachen von Menschen, die etwas lasen und die Zuhörerschaft stimmte unweigerlich ein. In „Murmelgruppen“ zwischendurch mit unseren neben – hinter – vor uns Sitzenden erzählten wir uns, wie wir einzelne Zitate und Sprüche verstanden. Mein eigener Spruch war: „Humor zu haben, ist die Lust zu lachen, wenn’s zum Weinen ist.“ (Wilhelm Busch). Das Wort „Lachyoga“ hat mich z. B. auch erheitert und auch dass es in einem Trierer Krankenhaus ein Humor-Buch gibt, in dem Aussprüche von Patienten vermerkt werden.

Auch die medizinische gute Seite (natürlich wissenschaftlich untermauert) wurde uns vor Augen geführt: Lachen senkt Adrenalin, senkt Cortisonspiegel (Stresshormon), befördert Blut in die Muskeln, stärkt das Immunsystem (10 Minuten nach dem Lachen sind Killerzellen und Antikörper noch erhöht im Schleim von Mund und Nase), Endorphinspiegel steigt (Schmerzlinderung), Blutdruck sinkt, Sauerstoffaufnahme steigt, Atmung wird trainiert.

Die Rahmenbedingungen für Humor in der Beziehung zwischen Patient und Pflegenden sind Empathie, ein „Sich einlassen (können)“, ein Auseinandersetzen mit dem eigenen Humorverständnis, ein Abholen von (Demenz) Kranken in deren momentaner Situation, ein Ansprechen von eventuellen „Fettnäpfen“ (d.h. Authentizität, Echtheit wahren), ein Erspüren von Erlaubnissignalen,  eine gewisse Intuition für den richtigen Zeitpunkt, etc. .

Humor und Ernst sind keine Gegensätze, ja Humor ist vielmehr eine Geisteshaltung, sich und andere zu helfen, das gegebene Schicksal anzunehmen. Dies schließt demnach Zynismus aus, aber erlaubt ein gewisses Maß an „schwarzem Humor“.

Die während des Tages gezeigten Filmausschnitte haben uns sehr imponiert und z.B. gezeigt, dass es schon viele Klinikclowns gibt, die mit großem Erfolg arbeiten.

In der Kapelle war eine wohltuender Atmosphäre; es war hier ein schöner Gottesdienst vorbereitet worden, an dem ich teilnahm.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass für das leibliche Wohl gut gesorgt war.

Dieser Tag war für uns Teilnehmer an der Fortbildung eine wirkliche Bereicherung und ein Genuss.

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